“Ich muss mich erfolgreich fühlen.
Damit ich meine Arbeit ausüben darf.”
Diese Idee ist eine verbreitete Bremse wenn es um die Ausübung einer neuen Tätigkeit geht oder einen mutigen Schritt zu machen.
Wir suchen zuerst eine Autorisierung bevor wir eine neue Rolle voll einnehmen können. Beispielsweise können wir als Coach Menschen nicht begleiten, bevor wir nicht bestimmte Erfolge erzielt haben.
Ein Dilemma, das oft direkt am Loslegen hindert.
Weil wir ein Gefühl suchen.
Das wir eigentlich erst am Ende haben.
Aber Gefühl, ist der falsche Messwert.
Wir stellen uns vor, wie wir uns bei der erfolgreichen Arbeit fühlen werden.
Und so lange wir uns nicht so fühlen, starten wir nicht.
Doch wir können ja nur erahnen, wie wir es sich anfühlen würde.
Und trotzdem nehmen wir das als Ausgangslage.
Aber, wir nehmen Rollen nicht durch Gefühl ein.
Sondern durch Handeln.
Der Messwerte Gefühl ist zu unpräzise.
Darum messen wir neue Rollen an Handlungen.
Dabei denken voraus: Welche regelmässigen Handlungen machen wir in der gewünschten künftigen Rolle?
Dabei dürfen wir auch kleine Handlungen nicht vergessen.
Wie regelmässig über unsere Themen zu sprechen.
Wie Konzept zu schreiben.
Oder zu lesen.
Dann führen wir möglichst viele von ihnen regelmässig aus.
Ohne uns bereit zu fühlen.
Und Handlungen die an Erfolg gekoppelt sind entkoppeln wir erst mal vom Erfolg.
Beispielsweise bezahlende Kunden.
Vielleicht arbeiten wir sogar kostenlos.
Oder konzentrieren uns auf die anderen Handlungen.
Einfach um in’s Handeln zu kommen.
Ich weiss… unangenehm.
Darum sorgen wir auch für äussere Bestätigung.
Anfänglich handeln wir manchmal ohne sichtbaren Effekt.
Wie ein Magnet, der gerade nicht in der Nähe hat.
Und nicht anzieht, obwohl er magnetisch ist.
Wir dürfen nicht zu lange so handeln
Weil das sehr demotivierend ist.
Und wir nicht sehen,
ob wir auf dem richtigen Weg sind.
Wir können Wirkung über zwei Wege spüren:
Eigenerfolg und Fremderfolg.
Eigenerfolg können wir direkt steuern.
Fremderfolg weniger.
Fremderfolg: Wir sehen, ob wir anderen Menschen zu Erfolg verhelfen oder wir sie ihrem Erfolg näher bringen. Und wir sehen ob Menschen von uns kaufen.
Das können wir nur indirekt steuern.
Da es auch von anderen Personen abhängig ist.
Darum messen wir auch an Eigenerfolg: Ob wir selbst erfolgreich sind, in dem was wir tun.
Aber Achtung wir müssen das richtige messen: Wenn wir beispielsweise Sportler coachen, müssen wir selbst nicht ein Top-Sportler sein. Sondern ein Top Coach.
Natürlich hilft es, da auch selbst sportlich zu sein. Doch oft setzen wir Ziele so hoch, dass wir sie lange nicht erreichen.
Und dann denken wir, wir sind nicht erfolgreich.
Obwohl wir sehr wohl weiterkommen.
Darum müssen wir auch den Fortschritt korrekt lesen.
Reine Selbsteinschätzung ist unzuverlässig.
Wir sehen nicht.
Weil wir selbst mittendrin sind.
Zudem verläuft Fortschritt nicht linear.
Manchmal schnell.
Manchmal passiert lange nichts.
Obwohl wir unterwegs sind.
Weil selbst verwechseln Plateaus gerne mit Sackgassen.
Sehen kleine Fortschritte nicht, weil wir zu nah dran sind.
Und den Blick nur auf das grosse Ziel richten.
Selbsteinschätzung ist also nicht präzise.
Ein externer Coach oder Trainer kann uns helfen, Messwerte besser zu sehen.
Er visualisiert dir den Fortschritt.
Zudem müssen wir auf Mikroerfolge schauen.
Mikroerfolge zeigen im Kleinen, ob wir auf dem Weg sind.
Oder ob wir gerade feststecken.
Dafür definieren wir messbare Werte im Voraus.
Nicht das grosse Ziel. Sondern Werte die sich verändern werden.
Die prüfen wir regelmässig.
Ja, das kannst du auch selbst.
Aber du solltest dich zumindest von aussen kalibrieren lassen.
Durch eine Person, ausserhalb von deinem Kopf.
Die dich regelmässig fragt, wo du gerade stehst.
Die Messwerte sind übrigens sehr individuell.
Einen sehe ich aber trotzdem als essenziell.
Die Freude.
Eine Entwicklung hin zu einer Persönlichkeit, die wir uns tief wünschen. Hin zu einer Arbeit, die uns voll ausfüllt, muss in Freude passieren.
Freude hält uns auf dem Weg.
Motiviert wenn wir langsamer werden.
Und bringt uns gleichzeitig schneller vorwärts.
Eine der wichtigsten Fragen, die du dir also regelmässig stellen darfst:
Macht es dir generell Freude?
Während du dich nicht vom Gefühl leiten lässt.
Sondern von regelmässigen Handlungen.
Die du regelmässig auf Mikroerfolge prüfst.
Bei dir oder deinen Kund:innen.
Von aussen kalibriert.
Dieses Modell fasst Prinzipien aus mehreren Forschungsrichtungen zusammen. Es soll Menschen halt geben, die sich nicht bereit fühlen. Aber trotzdem vorwärts gehen wollen.